Inspirierende Beispiele

Inspiration ist wichtig. Hier werden laufend gute Beispiele präsentiert. Als erstes folgt ein Beispiel aus dem Kanton Waadt.

«Quick wins» in Corona-Zeiten: Die Waadt machts vor

Mit provisorischen Sofortmassnahmen zugunsten des Veloverkehrs auf 100 Kilometern Strecke will die Waadt das Velofahren zugänglicher machen. Aber nicht nur auf den Kantonsstrassen hat der Kanton Tatkraft bewiesen: Auch die Gemeinden will er inspirieren.

Das Velo erweist sich gerade in Pandemiezeiten als sicheres und gesundes Fortbewegungsmittel. Die Berner Veloagenda hat über europäische Städte und ihre Velo-Sofortmassnahmen berichtet («Das Velo erhält mehr Platz im Verkehrsraum»). In der Schweiz hat sich die Waadt als besonders aktiver Kanton in diesem Bereich hervorgetan. So hatte die zuständige «Direction Générale de la Mobilité et des Routes» im Juni 2020 angekündigt, auf 100 Kilometern Strecke provisorische Sofortmassnahmen zugunsten des Veloverkehrs zu realisieren (Link zur Karte). Gemäss Auskunft von Fabian Schwab, Veloverantwortlicher des «Guichet vélo» des Kantons Waadt, konnte zirka 70% davon im Lauf des Jahres 2020 umgesetzt werden. Ab Frühling 2021 werde der Kanton die restlichen Massnahmen realisieren und ein Monitoring dieser Massnahmen durchführen.  
Auf die Ergebnisse darf die Velowelt gespannt sein: Unter den umgesetzten Arbeiten fungieren auch bisher ungewohnte Massnahmen wie beispielsweise die Markierung von Radstreifen unter Beibehaltung der Mittellinie auch bei Strassenbreiten zwischen 6.50 und 9 Metern. Zu den umgesetzten Projekten zählen auch Abschnitte, wo die Veloführung über Kreuzungen vervollständigt wurde. 

Ausgezeichnete Massnahmenblätter für die Gemeinden  

Besonders spannend: Der Kanton Waadt hat neben den eigenen Projekten auf Kantonsstrassen auch Massnahmen entwickelt, die in den Gemeinden umsetzbar sind. Zu diesem Zweck hat er eine illustrative und sehr konkrete Sammlung von Massnahmenblättern publiziert (Link).  

Den Gemeinden werden folgende Sofortmassnahmen fürs Velo vorgeschlagen: 

  • Auf den Hauptstrassen durch Neuaufteilung der Fahrspuren Platz schaffen
  • Zugänglichkeit der Quartiere erhöhen (z.B. durch Temporeduktion, Velo-Gegenverkehr in Einbahnstrassen) 
  • Übergänge über Kreuzungen verbessern (z.B. durch vorgezogene Haltebalken für Velos und durchgehende Radstreifen) 
  • Zusätzliche Abstellplätze einrichten 

Die vorgeschlagenen Massnahmen zeichnen sich durch ihre rasche Realisierbarkeit aus. Gleichzeitig bringen sie für den Veloverkehr echten Mehrwert. Mögen die Beispiele aus der Waadt auch den Kanton Bern und die Berner Gemeinden inspirieren!
(Alle Grafiken und Fotos: Transitec AG) 


Mehr Informationen: 

INFO BULLETIN 2/2020 Velokonferenz Schweiz 
Mobilservice, Einfluss von Pop-up-Velowegen auf die Velopolitik 

 

Interview mit Fabian Schwab, Veloverantwortlicher des «Guichet vélo» des Kantons Waadt